Tour hierher planen Tour kopieren
Wanderung empfohlene Tour

Archäologie Pfad Warmbad

Wanderung · Villach - Faaker See - Ossiacher See · geschlossen
Verantwortlich für diesen Inhalt
Region Villach - Faaker See - Ossiacher See Verifizierter Partner  Explorers Choice 
  • Naturpark Dobratsch
    Naturpark Dobratsch
    Foto: Region Villach, Region Villach - Faaker See - Ossiacher See
m 700 650 600 550 500 450 5 4 3 2 1 km

Der Archäologiepfad Warmbad eröffnet Wanderern und Geschichtsinteressierten auf 13 Schautafeln in den Alpen-Adria-Sprachen und Englisch entlang eines wunderschönen sechs Kilometer langen Weges neue Einsichten über die historische Besiedelung und die frühere Nutzung dieser Gegend.

Und hier gibt es wirklich Spannendes zu entdecken:

  • Die Region um Warmbad Villach wurde bereits in der Bronzezeit besiedelt, Hügelgräber zeugen davon.
  • Was heute Europaschutzgebiet und Naturpark ist, war noch im 19. Jahrhundert ein Industriegebiet.
  • So spannt sich der Bogen des Archäologiepfades von der spätantiken Höhensiedlung am Tscheltschnigkogel, über die Durezza-Schachthöhle mit den Überresten von 20.000 menschlichen Knochen bis zur industriellen Nutzung des Gebietes mit Kalköfen, Schrot- und Ziegelfabrik.
geschlossen
leicht
Strecke 6 km
2:11 h
208 hm
203 hm
695 hm
495 hm

SIEDLUNG MIT WEITBLICK: DER TSCHELTSCHNGKOGEL (KADISCHEN)

Namensgebend für die am Ostausläufer der Villacher Alpe gelegene 695 m hohe Kalkfelskuppe war die in der Judendorfer Gemeinde ansässige Familie Tscheltschnigg, die über Jahrhunderte Besitzer eines hier gelegenen Bauerngutes war. Die Bezeichnung „Kadischen“ lässt sich vom slawischen grad = Burg herleiten und verweist wie die deutsche Benennung „Burgkopf“ auf die dort befindliche spätantike Fliehburg.

Sowohl der von Gummern über das Villacher Becken bis zum Federaunersattel reichende Rundblick, wie auch die nach Norden und Süden steil abfallenden hohen Felswände als natürlicher Schutz, boten der in der Nähe lebenden zivilen Bevölkerung die ideale Voraussetzung zur Errichtung einer Befestigungsanlage. Mit dieser aus dem 5./6. Jahrhundert stammenden Anlage und dem umfangreichen, von der Jungsteinzeit bis in das Mittelalter datierende Fundmaterial, das auch aus den zahlreichen Höhlen, Schächten und Löchern vorliegt, bildet der Tscheltschnigkogel mit seinem angrenzenden Umland einen zentralen Punkt in der Siedlungsgeschichte Villachs.

Die einzigen Siedlungsstrukturen am Tscheltschnigkogel sind die der spätantiken Befestigungsanlage. Sie wurden in den 1930er Jahren freigelegt. Ähnliche Anlagen wie am Tscheltschnigkogel finden sich am Duel bei Feistritz an der Drau und am Hoischhügel bei Thörl-Maglern. Dieses Befestigungsdreieck Duel-Hoischhügel-Tscheltschnigkogel dürfte somit wohl auch zum Schutze Oberitaliens vor Einfällen plündernder Völkern errichtet worden sein.

DIE ÄLTESTE KIRCHE VILLACHS: FRÜHE CHRISTEN AM TSCHELTSCHNIGKOGEL

Bei der im Herbst 1936 begonnenen Ausgrabung wurden Reste eines 15,6 x 7,5 m großen, in fünf unterschiedlich große Räume aufgeteilten Gebäudes freigelegt. Innerhalb des größten dieser Räume befindet sich ein kleinerer, 4,7m langer und 3,45 m breiter Raum, dessen halbkreisförmiger Abschluss direkt an die Ostwand des Raumes ansetzt. Neben Bauresten wie mehrfarbiger und weißer Wandverputz, Fensterglas, zwei Bruchstücken je einer Marmorsäule und dem Fragment einer Altarplatte aus Marmor kamen auch menschliche Skelettreste einer hochgestellten Persönlichkeit zutage. Dies führte zu der Erkenntnis, dass es sich hierbei um die Baureste einer frühchristlichen Basilika handelt, die zweifellos mit der Befestigungsanlage in Verbindung gestanden haben wird.

Wenig später waren die Archäologen jedoch davon überzeugt, dass man es hier mit einer Villa aus der mittleren Kaiserzeit zu tun hat, die in der Spätantike durch eine Grabkapelle überbaut wurde. Jüngste Forschungen haben ergeben, dass es sich – wie Anfangs richtig gedeutet – tatsächlich um die Überreste einer frühchristlichen Kirche handelt, womit der Standort der ersten Kirche auf Villacher Boden nachgewiesen ist. Insbesondere für Personen, die sich aus Norden, bzw. Nordosten näherten, musste der Sakralbau einen malerischen und zugleich imposanten Eindruck geboten haben.

Aufgrund des schlechten Erhaltungszustandes wurden die Mauerreste wieder vergraben. Sichtbar erhalten geblieben ist lediglich das als Grabkapelle angesprochene Presbyterium mit der halbkreisförmigen Klerusbank.

ZUFLUCHT VOR DEN BARBAREN: DIE HÖHENSIEDLUNG IM OSTEN

Schon vor und insbesondere nach dem Fall des Weströmischen Reiches in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts n. Chr. brachen unruhige Zeiten an. Goten und Hunnen zogen plündernd durch die Lande. Ungeschützte römische Siedlungen in Tallage wurden deshalb aufgegeben. Die Menschen befestigten Anhöhen wie den Tscheltschnigkogel als Zufluchtsorte in Zeiten der Gefahr. Diese Höhlensiedlung war im 5. und 6. Jahrhundert n. Chr. zeitweise bewohnt.

Der Eingang zur Ostanlage wurde durch eine Mauer gesichert, die sich von der Abbruchkante der Kadischenwand bergwärts über ein kleines Plateau erstreckt, den Weg quert und bergseitig in einer fast senkrechten Felswand mündet. An dieser Stelle befindet sich ein gleichzeitig mit der Mauer errichtetes Fundament für ein 3,7 m langes und 2,9 m breites Bauwerk aus Holz.

Der unterhalb des Weges gelegene Raum hat eine Länge von 7 m und eine Breite von 4,3 m. Er wird aufgrund seiner Lage als Wachturm angesprochen. Während drei der vier Wände aus Bruchsteinen errichtet wurden, besteht die dem Weg zugewandte Seite zum größten Teil aus behauenen Marmorquardern, Spolien, die einem älteren Bauwerk unbekannten Standortes entstammen.

In diesem Bereich wurden Gegenstände aus verschiedenen Zeiten gefunden, wie etwa vier kleine Kapitäle mit Säulenschäften, Bronzebeschläge samt Schloss einer Truhe, einem Weinsieb aus Bronze, eine eiserne Schaufel, ein Ringlochmesser aus Eisen, Beinplättchen mit Kreisornamenten und ein Gebrauchsgefäß mit verkohlten Roggenkörnern.

WARME FÜSSE: EINE RÖMISCHE FUSSBODENHEIZUNG

Hier, auf dem sogenannten „Sabinianus-Boden“, sind die Mauerreste eines aus zwei Räumen bestehenden spätantiken Gebäudes zu erkennen. Der nördliche Raum (D) war mit einer Fußbodenheizung ausgestattet. Sie wurde vom angrenzenden Heizraum (E) aus befeuert. Der Heizkanal zwischen den Räumen war gegen Hitzeentwicklung mit Platten aus Glimmerschiefer geschützt. Der erhöhte Fußboden in Raum D ruhte auf den unregelmäßig verteilten Pfeilern. Er war mit Platten aus Marmor, Kalkstein und Glimmer belegt. In der Nordwand waren Holziegel eingebaut, die als Rauchabzug und Wandheizung fungierten. Der Bau diente offenkundig als ganzjährig nutzbare Unterkunft für den Kommandanten der befestigten Anlage.

Bei den Ausgrabungen im Jahre 1934 kamen ein durch Brand zerstörtes Marmorbecken, mehrere Bodenbruchstücke grüner Fläschchen mit griechischen Bodenstempeln, eine silberne Pinzette und Münzen aus dem 3. Und 4. Jh. n. Chr. zum Vorschein.

Von Bedeutung ist der Fund eines vollständig erhaltenen Votivaltars aus dem 2. Jh. n. Chr. an die Göttinnen „VIBES“, der zwischen den Räumen in Zweitverwendung mit der Inschrift nach unten als Treppenstufe verbaut war. Er gilt als der erste schriftliche Hinweis auf die Nutzung der Warmbader Quellen.

ZUFLUCHT VOR DEN BARBAREN: DIE HÖHENSIEDLUNG IM WESTEN

Da der Tscheltschnigkogel von seiner Westseite aufgrund kaum vorhandener natürlicher Barrieren besonders leicht erreichbar ist, ließ sich die Westanlage – anders als die Ostanlage - nur mit großem Aufwand sichern. Dies geschah durch die Errichtung einer über 120 m langen und an der Basis von 0,9 bis 1,1 m starken Mauer, die zum Zeitpunkt der Ausgrabung in den Jahren 1933/34 an einer Stelle sogar noch 2,1 m hoch erhalten war.

Die Befestigungsmauer verläuft von der senkrecht abfallenden Felswand im Norden des Kogels bis zum Gipfel, biegt dort nach Westen ab und endet nach kurzer Strecke an der Nordostwand einer nach innen offenen Bastion (Raum C). Sie findet ihre Fortsetzung an der Südwestmauer des Raumes, führt geradewegs nach Süden und endet nach wenigen Metern über einem steilen Felsabbruch.

Das Fundgut aus der Westanlage besteht im Wesentlichen aus einem Köpfchen einer marmornen Statuette, wahrscheinlich die keltisch-römische Gottheit VIBE darstellend, der rechten, eine Oberschale haltende Hand vermutlich derselben Statuette, ein Weihealtar eines Stadtrates aus Virunum an die VIBES, der als Treppenstufe verbaut war, weiters eiserne Messer, Schlüssel, Nägel, Beschläge, Münzen aus dem 2. Jh. n. Chr. und verschiedene Keramikfragmente von der Hallstattzeit bis in das Frühmittelalter. An der Innenseite der Nordmauer der Bastion konnte das Skelett eines 1,65 m großen Mannes aufgedeckt werden. Die Leiche des Mannes wurde ohne Beigaben und vermutlich in Eile bestattet.

OPFERSCHACHT ODER FRIEDHOF? DIE DUREZZA-SCHACHTHÖHLE

Auf der Suche nach einem weiteren Zugang zur „Eggerloch-Höhle“ begannen an dieser Stelle die Mitglieder des „Landesvereines für Höhlenkunde“ im Dezember 1989 die hier befindliche Bodenvertiefung auszugraben. Als die ersten menschlichen und tierischen Skelettreste zutage kamen, wurden die Arbeiten vorerst eingestellt und im Juli 1996 unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Paul Gleirscher, Archäologe am Landesmuseum für Kärnten, weitergeführt.

Bis zum Abschluss der Grabungskampagne konnten rund 40.000 tierische und ca. 20.000 menschliche Knochen und Knochenreste geborgen werden. Am Ende monatelanger Untersuchungen durch Univ.-Prof. Dr. Egon Reuer und Dr. Susanne Fabrizii-Reuer stand fest, dass mindestens 138 Personen in die Höhle gelangten, deren Sterbealter vom Neugeborenen bis hin zum 65 Jahre alten Individuum nachweisbar ist. Unter ihnen befanden sich 36 Kinder bis zum vollendeten 14. Lebensjahr. Von den 102 Skeletten der Erwachsenen sind 41 männlichen und 54 weiblichen Geschlechts; sieben Skelette ließen sich keinem Geschlecht zuordnen.

Beifunde wie Schmuckstücke aus Glas, Gewandspangen (Fibeln), Ohrringe und Armreifen aus Bronze lassen sich in die Epoche der späten Hallstattzeit einordnen. Die Verfüllung der Höhle dürfte somit um etwa 580 bis 550 v. Chr. eingesetzt haben.

Von den tierischen Skelettresten entfällt eine sehr große Menge auf Amphibien und Kleinsäuger, die allerdings nur durch Zufall in die Schachthöhle gelangten. Der Rest verteilt sich auf Haustiere wie Hund, Schwein, Schaf, Ziege und Rind, sowie auf Wildtiere wie Rothirsch, Fuchs, Luchs, Hase und Wisent.

Wenn zur Zeit die Frage, ob es sich bei der Durezza-Höhle um einen Opferschacht oder lediglich einen Bestattungsplatz handelt, nicht eindeutig zu beantworten ist, eröffnen die vorliegenden Erkenntnisse einen zwar bescheidenen, aber dennoch eindrucksvollen Einblick in die Lebensumstände der Menschen, die hier vor rund 2.500 Jahren siedelten. Die zur Durezza-Höhle gehörende Siedlung muss sich in nächster Nähe befunden haben und bei einer Belegzeit von ca. 100 Jahren, ständig von etwa 40 Personen bewohnt gewesen sein.

INDUSTRIEGEBIET WARMBAD: STEINBRÜCHE

Naturstein gehört neben Holz und Lehm zu den ältesten Werkstoffen. Direkt als Bruchstein oder nach entsprechender Formgebung wird er hauptsächlich zur Errichtung von Gebäuden und Bauwerken eingesetzt. Zu Schotter gebrochen kommt er etwa beim Bau von Verkehrswegen oder – zu Split verarbeitet – in unterschiedlicher Körnung als Zuschlagstoff für Beton und Mörtel zur Anwendung.

Seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist der Betrieb von Steinbrüchen bei Warmbad überliefert. Ein sehr kleiner, unscheinbarer Steinbruch bestand für kurze Zeit direkt bei den Maibachquellen und ist heute kaum mehr als solcher zu erkennen. Aus den Stein- und Schotterresten errichteten die Freunde des Maibachls ihre Badebecken. Ein großer Steinbruch befand sich im sogenannten Gräflach, einer Kalkfelsgruppe westlich der Schießstattwiese. Er lieferte u. a. das Material für den 1847/48 von Ludwig Walter errichteten Walterhof. Direkt in der Kadischenwand lag der „Tschamer-Steinbruch“. Beide Brüche waren über einen langen Zeitraum an die Gailbauleitung verpachtet. Sie produzierten Böschungspflaster für die Flussregulierung der Gail.

Scheinbar blieb der Steinbruchbetrieb für das benachbarte Höhlensystem und die Thermalquellen nicht ohne Folgen. Nach dem daraufhin erlassenen Sprengverbot erfolgte die endgültige Stilllegung der Steinbrüche.

INDUSTRIEGEBIET WARMBAD: SCHROTFABRIK UND ZIEGELWERK

Im Jahre 1816 errichtete Philipp della Torre am Südfuß des Tscheltschnigkogels (Kadischenwand) eine Fabrik zur Erzeugung von Flintenschrot. Diese bestand aus einem 70 Meter hohen Holzturm, der direkt an die senkrechte Felswand ansetzte. An der Basis der Holzkonstruktion stand eine gemauerte Kammer. Darin befanden sich ein Pumpenbrunnen, zwei Wasserbehälter und ein Schrottrockenofen.

Rund 20 Meter südlich des Turmes stand das „Assortierhaus“. Darin befanden sich eine Küche, eine Wohnstube und eine beheizbare Werkstube. In einer weiteren Kammer stand ein Schmelzkessel zur Erzeugung von Arsenik-Blei.

Aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten wurde der Betrieb 1818 an den Villacher Handelsmann Friedrich Martin Goepel verpachtet.

Trotz der nach wie vor angespannten wirtschaftlichen Lage begann della Torre mit der Herstellung von Ziegeln und baute zu diesem Zweck 1820 nur wenige Meter unterhalb der Schrotfabrik eine Ziegelbrennerei. Das Herzstück der Anlage bildeten zwei große aus Stein und Ziegeln errichtete Brennöfen mit einem Fassungsvermögen von 80.000 Stück Ziegeln. Im Anschluss daran befanden sich zwei Trockenhütten. Das Ziegelmagazin und die Unterkunft der Fabrikarbeiter waren in einem großen Holzgebäude untergebracht.

Erzeugt wurden Mauer-, Backofen-, Hohl- und Pflasterziegel sowie Dach-, First- und Traufziegel. Der dazu erforderliche Lehm wurde aus den südlich der Fabrik liegenden natürlichen, zum Teil ausgetrockneten Quellbecken entnommen. Heute befindet sich an dieser Stelle ein von der ansässigen Bevölkerung als „Weiher“ oder „Schießstatt-Teich“ bezeichnetes Gewässer.

Alle Bemühungen, dem Bankrott entgegen zu wirken, blieben ohne Erfolg, sodass es 1825 zur Versteigerung der hoch verschuldeten Betriebe kam. Innerhalb kürzester Zeit gelang es dem aus Deutschland gebürtigen und nunmehrigen Besitzer Ernst Diez die völlig herabgewirtschafteten Fabriken zu sanieren.

Dem Wunsch von Ernst Diez, dass seine beiden Söhne für den Fortbestand der Unternehmen sorgen sollten, wurde nicht entsprochen. Mit seinem Tod im Jahre 1865 wurden sämtliche Betriebe aufgelassen.

INDUSTRIEGEBIET WARMBAD: KALKBRENNÖFEN

Bereits in der Antike wurde aus Wasser, Sand und gelöschtem Kalk bestehender Mörtel produziert. Er verlieh dem Mauerwerk nicht nur die nötige Stabilität sondern fand darüber hinaus als Verputz oder Estrich Verwendung.

Kalk wurde bis zur Einführung der industriellen Fertigung in kleinen, meist in Trockenmauertechnik errichteten Feldöfen gebrannt, deren Überreste hier zu finden sind. Sie standen möglichst in der Nähe oder direkt am Steinbruch.

Der Ofenmantel bestand aus Bruchsteinen und einer Holzschalung. Dazwischen wurde Erde zur Dämmung gefüllt. In das Gewölbe wurden vertikal Fichtenstämme eingesetzt, die nach dem Verbrennen Zuglöcher für eine verstärkte Luftzufuhr freigaben. Der Brand dauerte je nach Größe des Ofens bis zu vier Tage und vier Nächte. Zwei oder drei Kalkbrenner verfeuerten dabei im Schichtbetrieb bis zu 30 Raummeter Holz.

Einer der ersten Hinweise auf das Kalkbrennen stammt aus dem Jahre 1351. Die letzte Nachricht auf das Kalkbrennen liegt nur wenige Jahrzehnte zurück und führt in die Zeit des Wiederaufbaues der bombenzerstörten Draustadt. Über das genaue Alter der Kalköfen in der Gegend um Warmbad-Villach lassen sich aufgrund fehlender Untersuchungen jedoch nur spekulative Aussagen treffen.

An die zahlreichen Kalköfen, welche zwischen dem Tscheltschnigkogel und der Graschelitzen den begehrten Branntkalk lieferten, erinnern heute nur mehr kreisrunde Vertiefungen im Waldboden. Sie sind von niederen Wällen umgrenzt, die an den Stellen, von wo aus der Ofen befeuert wurde, unterbrochen sind. Sie werden oft fälschlicherweise als Bombentrichter oder beraubte Hügelgräber bezeichnet.

„RIESEN- UND HEIDENGRÄBER“: DIE HÜGELGRÄBER AUF DER NAPOLEONWIESE

Das Hügelgräberfeld auf der Napoleonwiese gehört mit jenen Gräbern in Gratschach/Landskron und Möltschach zu den ältesten sichtbaren Zeugnissen menschlicher Zivilisation im Villacher Raum. Das Grabhügelfeld auf der Napoleonwiese wurde zwischen 850/800 bis 550 v. Chr. genutzt.

Die Hügelgräber gewähren einen Einblick in die Bestattungsrituale und den damit verbundenen Jenseitsvorstellungen dieser Zeit. Die Toten wurden mit ihrer Kleidung und allfälligen Beigaben auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die Knochenstücke wurden sorgfältig aufgelesen und mit den Beigaben in eine Urne gefüllt. Diese wurde dann in einer Grabgrube oder Grabkammer deponiert und mit einem oft mehrere Meter hohen Erdhügel überdeckt. Die meisten Hügelgräber waren aber bereits antik beraubt worden.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts zählte man noch 60 dieser Riesen- oder Heidengräber. 1871 ließen Gundacker Graf von Wurmbrand 13 und Felix von Luschan 17 Grabhügel öffnen. Dabei entdeckte Luschan das überregional bedeutende „Kriegergrab von Villach“. Im September öffnete Anton Ritter von Gallenstein weitere 30 Grabhügel.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Napoleonwiese zum militärischen Übungsgebiet. Bei der Errichtung der „Schießstattwiese“ wurde ein Großteil der Hügelgräber eingeebnet.

DER KRIEGER VON VILLACH: EIN VORNEHMER VILLACHER UM 800 V. CHR.

Felix von Luschan öffnete 1871 wohl das einzige ungestörte Grab. In die Forschung ging es als das „Kriegergrab von Villach“ ein. Chronologisch steht es am Beginn der „Hallstattzeit“ (um 800 v. Chr.). Es weist deutliche Bezüge zum oberitalischen Raum auf.

In einem kleineren Grabhügel befand sich eine zirka 0,60 x 0,75 m große Steinkiste. Darin standen vier Gefäße, wobei zwei als Aschenurnen dienten. Die eine Urne war mit dem Leichenbrand eines Mannes mittleren Alters gefüllt. Die andere enthielt die Reste einer jungen Frau.

Es handelt sich dabei um die Bestattung eines gesellschaftlich hoch stehenden Schwertkriegers. Sein in fünf Teile zerbrochenes Schwert war rituell unbrauchbar gemacht worden. Außer dem Schwert hatte er noch ein Rasiermesser, ein Messer und eine Nadel im Grab. Der „Krieger von Villach“ war eine hochgestellte Persönlichkeit der Zeit um 800 v. Chr. Die Siedlung, in der er gelebt hatte, konnte noch nicht gefunden werden, lag aber möglicherweise auf dem Tscheltschnigkogel.

GUT GESPURT: DIE RÖMERSTRASSE VON WARMBAD VILLACH

Die Ausfuhr von Glaswaren, keramischen Erzeugnissen, mediterranen Lebensmittel und Ähnliches mehr in den Norden, sowie die Einfuhr von Produkten aus der Provinz Noricum erfolgte über die „Norische Hauptstraße“. Dieser für den Güteraustausch mit dem Ostalpenraum bedeutsame Verkehrsweg verließ Aquileia Richtung Norden, durchzog das Eisen- und Kanaltal via Carnia, Resiutta, Larix (Campolaro), Pontebba und die Zollstation Bilachinium (Camporosso/Saifnitz). Von Saifnitz führte die Strecke über Tarvis zu der am Ausgang des Kanaltales gelegenen Benefiziarierstation Meclaria (Maglern), dann weiter durch das untere Gailtal bis zur Ortschaft Unterfederaun, wo die Gail wohl über eine Brücke überschritten wurde. Von hier stieg die Straße ziemlich steil den Federaunersattel zur Ortschaft Oberfederaun und führte in nordöstlicher Richtung entlang der Napoleonwiese über Judendorf und St. Martin nach Villach (Santicum).

Noch heute lässt sich die für die Villacher Verkehrsgeschichte bedeutsame Straßentrasse von Oberfederaun bis Warmbad mit ihren abschnittsweise im felsigen Gelände tief eingeschnittenen Spurrillen auf eine Länge von rund 5 km gut verfolgen.

Die unzähligen Fuhrwerke, die seit der Antike diese Strecke frequentierten, das zunehmende Transportaufkommen im 15. Jahrhundert sowie die über viele Jahrhunderte wirkende Erosion hatten dem Straßenkörper derart zugesetzt, dass schließlich im 16. Jahrhundert die Reparatur und der Ausbau der wichtigen Nord-Südverbindung zwischen Villach und der Landesgrenze in Pontebba unumgänglich wurde. Deshalb beauftragten der Bamberger Bischof Veit II. und sein in Wolfsberg amtierender Vizedom Georg von Wichsenstein den Villacher Mauteinnehmer Christoff della Grotta, den rund 60 km langen Fahrweg auszubessern und an entsprechenden Stellen allenfalls neu zu trassieren.

Eine Marmortafel, die man in eine direkt an der Landesstraße in Unterfederaun senkrecht aufsteigende Felswand wenige Meter oberhalb des Fahrbahnrandes eingelassen hatte, erinnert noch heute an den 1575 abgeschlossenen Ausbau dieses wichtigen Fernverkehrsweges.

Autorentipp

Nach der Wanderung empfiehlt sich ein Besuch im Thermenresort - entweder für eine Erfrischung im Warmbaderhof oder für Badespass und Wellness in der KärntenTherme.

Profilbild von Region Villach
Autor
Region Villach
Aktualisierung: 07.07.2022
Schwierigkeit
leicht
Technik
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
Römerweg Beginn, 695 m
Tiefster Punkt
Schützenpark Warmbad, 495 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Wegearten

Höhenprofil anzeigen

Sicherheitshinweise

SPERRE WEGEN WINDBRUCH

Weitere Infos und Links

 Region Villach Tourismus

 +43 4242 42000

 www.visitvillach.at

 

 

Start

Schützenpark Warmbad (495 m)
Koordinaten:
DD
46.589496, 13.824423
GMS
46°35'22.2"N 13°49'27.9"E
UTM
33T 409944 5160219
w3w 
///meist.ausgleich.konzerte
Auf Karte anzeigen

Ziel

Schützenpark Warmbad

Wegbeschreibung

Die Wegführung ist einfach und für Jung und Alt leicht zu bewältigen. Start ist beim Warmbaderhof Villach, von hier aus durch den Kurpark (Freiwilligen Schützenpark) zur Kapelle und hinauf Richtung Napoleonwiese. Hier befinden sich die ersten Hügelgräber und Überreste der „Römerstraße“. Anschließend wandert man nach Norden am breiten Wanderweg durch wunderschöne Laub-Mischwälder, gegenüber eines kleinen Teiches befinden sich die Überreste von Kalköfen, die Felswand des Tscheltschigkogels (auch Kadischen genannt) ist bereits sichtbar. Hier befindet sich nicht nur die größe Höhle des Naturparks, das Eggerloch, sondern bis ins 19.Jahrhundert war hier auch eine Schrotfabrik und ein Ziegelwerk.

An der Felswand und „Schmetterlingswiese“ vorbei geht es nun Richtung Norden auf den Tscheltschnigkogel, hier ist eine kurze Steigung zu überwinden. Vorbei an den Mauern der ältesten Kirche der Region entdeckt der Wanderer die Höhensiedlung, die in Zeiten der Völkerwanderung Schutz vor Eindringlingen bot. Am Weg Richtung Gipfel sind auch die Mauerreste eines spätantiken Gebäudes mit Fußbodenheizung zu entdecken.

Am Gipfel des 696 Meter hohen Tscheltschnigkogels angelangt, belohnt die herrliche Aussicht auf Warmbad und die Karawanken die Mühen des Aufstieges. Vorbei an der Durezza-Schachthöhle mit den über 40.000 tierischen und 20.000 menschlichen Überresten gelangt man zurück zum Ausgangspunkt.

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

mit Bahn und Bus erreichbar

Von Villach Hauptbahnhof mit dem Zug oder Bus (S2 bzw. 10) nach Warmbad (Haltestelle Kärntentherme).

Hier gehts zur Fahrplanauskunft.

Hier gehts zum Bahnhofshuttle Kärnten.

Anfahrt

Warmbad ist am besten über die A2 erreichbar - nehmen Sie die Abfahrt "Villach-Warmbad".

Parken

Ausreichend Gratisparkplätze bei der SKA Orthopädie Warmbad (ehem. Zillerbad) vorhanden.

Koordinaten

DD
46.589496, 13.824423
GMS
46°35'22.2"N 13°49'27.9"E
UTM
33T 409944 5160219
w3w 
///meist.ausgleich.konzerte
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Kartenempfehlungen des Autors

Kompass Nr. 064 - Villacher Alpe Unterdrautal (M 1:50 000)

Ausrüstung

Outdoorschuhe mit gute Profilsohle, Essen und Getränk, Regenschutz, etc.


Fragen & Antworten

Stelle die erste Frage

Hier kannst du gezielt Fragen an den Autor stellen.


Bewertungen

Verfasse die erste Bewertung

Gib die erste Bewertung ab und hilf damit anderen.


Fotos von anderen


Status
geschlossen
Schwierigkeit
leicht
Strecke
6 km
Dauer
2:11 h
Aufstieg
208 hm
Abstieg
203 hm
Höchster Punkt
695 hm
Tiefster Punkt
495 hm
mit Bahn und Bus erreichbar Rundtour familienfreundlich kulturell / historisch geologische Highlights botanische Highlights faunistische Highlights kinderwagengerecht

Statistik

  • Inhalte
  • Bilder einblenden Bilder ausblenden
Funktionen
2D 3D
Karten und Wege
  • 1 Wegpunkte
  • 1 Wegpunkte
Strecke  km
Dauer : h
Aufstieg  Hm
Abstieg  Hm
Höchster Punkt  Hm
Tiefster Punkt  Hm
Verschiebe die Pfeile, um den Ausschnitt zu ändern.